Erzgebirger oder Erzgebirgler? Wir haben ein „L“ zu verschenken

Ein Sachverhalt außerhalb des Fußballes, oder eben gerade nicht?!

Wenn man gerade einmal nicht im Stadion sein kann um ein Spiel des FC Erzgebirge Aue live zu erleben, schaut man es zumeist zuhause im Fernsehen.
Seit vielen Jahren ist immer wieder zu registrieren, dass die Medienwelt in Bezug auf Wismut Aue die Bezeichnung „die Erzgebirgler“ verwendet. Vielen Einheimischen stellen sich bei dieser Bezeichnung die Nackenhaare auf und der genervte Satz „die haben schoooon wieder Erzgebirgler gesagt“ folgt im Anschluss. Dabei sind sich die Ureinwohner aber sicher das es unbedingt „ERZGEBIRGER“ heißen muss.
Zwar erlaubt der Duden beide Varianten, jedoch ist eine objektive Definition der genauen Bezeichnung nicht möglich, da hier emotionale Dinge eine Rolle spielen. Die Bewohner des Erzgebirges – insbesondere die des Westerzgebirges, in welchem die Stadt Aue zu finden ist – sehen die Bezeichnung „Erzgebirgler“ als katastrophale Verballhornung und nervige Ungenauigkeit an. Ganz so, als würde man einen Franken einen Bayern heißen, auch wenn dieser direkte Vergleich etwas hinkt. Manch einer mag sich jetzt fragen ob es keine größeren Probleme gibt, oder ob es nicht völlig egal ist wie man die Bewohner unserer Region nennt. Dieser Einwand ist genauso berechtigt wie er subjektiv ist.

Ein Erzgebirger zu sein ist ein Gefühl, eine Bezeichnung für den Stolz auf die Heimat und Herkunft, sowie ein Bekenntnis zur Tradition und den Bräuchen des Erzgebirges. Ein Teil dieser Traditionen und deren größter Wortschöpfer, war der erzgebirgische Volks- und Heimatdicher Anton Günther (geb.1876 in Gottesgab – gest. 1937 ebenda). Wie kein anderer prägte und prägt er die erzgebirgische Mundart und hinterließ einen wertvollen Schatz an Gedichten und Liedern, die alle Zeiten und damit auch politischen Systeme überlebt, sowie sich in das Bewußstsein und die Identität der Einheimischen verankert haben. In diesen Werken findet sich das von Günther 1908 geschaffene Lied „Deitsch on frei woll mer sei!“, welches für die deutsche Minderheit im damaligen Böhmen gedacht war, sich jedoch zur heimlichen Hymne des Erzgebirges entwickelt hat. Im Refrain dieses Liedes findet sicht der Beweis, dass die Bezeichnung „ERZGEBIRGER“ die Richtige sein muss.

„Deitsch on frei wolln mer sei,
on do bleibn mer aah derbei,
weil mer Arzgebirger sei!“

Das in Mundart geschriebene Wort „Arzgebirger“, welches sich in zahlreichen Liedern und Gedichten wiederfindet, darf als Maßstab gerechnet und muss gemessen an der Wichtigkeit und Omnipräsenz von Günthers Werken, als das einzig Richtige angesehen werden, da es im erzgebirgischen Sprachgebrauch verwendet und gelebt wird.

Wir bitten die TV-Anstalten, Radiosender und Pressevertreter, denen diese Erklärung bzw. die regionalen Befindlichkeiten bislang nicht bewußt waren, in Zukunft die Bezeichnung „Erzgebirger“ zu verwenden. Sie würden damit vielen Menschen einen großen Gefallen tun und die über Jahre fälschlich verwendete Bezeichnung vergessen machen. Es ist uns eine Herzensangelegenheit.


Als Wismut-Fanclub wollen wir versuchen die Nennung der Bezeichnung „ERZGEBIRGER“ zu erreichen. Dies haben wir uns sprichwörtlich auf die Fahnen geschrieben. Daher wird unser im Beitragsbild angedeutetes Ortsausgangsschild, in naher Zukunft als Zaunfahne zu sehen sein.

ERZliche Grüße
Fanclub WKST – Chemnitz

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